A wie Anlauf
Das Wichtigste für die Weite ist die Geschwindigkeit, die
der Springer beim Anlauf mitnehmen kann. Ein km/h mehr Speed kann über einen
Meter mehr an Weite bedeuten. Auf Normalschanzen wie in Engelberg sind
Anlaufgeschwindigkeiten von rund 90 km/h üblich. Beim Skifliegen werden
Tempi von über 100 km/h erreicht.
F wie Flugkurve
Abhängig von Technik, Kraft und Körpergewicht
unterscheiden sich die Flugkurven der Skispringer. Die Flugkurve allein erlaubt
daher keine Rückschlüsse auf die Weite.
H wie Haltungsnoten
Fünf Punktrichter aus verschiedenen Ländern
vergeben maximal 20 Punkte für einen Sprung. Sie beurteilen den Absprung, die
Flugphase und vor allem die Landung. Wen kein "Telemark" gelingt (siehe auch
unter T), werden bis zu vier Punkte abgezogen. Wer in der Luft mit den Armen
rudert, kriegt 0,5 bis fünf Punkte weniger. Ein Sturz kostet gar bis zu 10
Punkte.
J wie Jury
Die Jury besteht aus dem FIS-Renndirektor (seit Jahren hat
Walter Hofer dieses Amt inne), dem technischen Delegierten des Internationalen
Skiverbandes (FIS) sowie dem örtlichen Rennleiter. Sie legt vor dem Wettkampf
die "Jury-Weite" fest, die von Schanzengrösse und -profil abhängt. Wenn ein
Springer 95 Prozent der "Jury-Weite" erreicht, entscheidet die Jury, ob der
Anlauf verkürzt und der Durchgang neu gestartet werden muss. Sie entscheidet
zudem, bei welchen Wetterverhältnissen ein Wettkampf verschoben, respektive
unterbrochen wird.
K wie Kalkulationspunkt
Der Kalkulationspunkt jeder Schanze ist die
Grundlage für die Weitenpunktzahl. Liegt dieser bei 120 Metern (K 120), dann
bekommt ein Springer für diese Weite 100 Punkte. Für jeden Meter mehr gibt es
einen Punkt mehr, umgekehrt entsprechend weniger.
L wie Landung
Besonders gute Haltungsnoten gibt es, wenn der Flug und die
Landung fliessend ineinander übergehen. Das ist bei Landegeschwindigkeiten von
gut 90 km/h gar nicht so einfach. Denn auf den Körper des Skispringers wirken
Kräfte, die dem Drei- bis Vierfachen seines Körpergewichtes entsprechen. Die
Landung gilt nur dann als gestanden, wenn der Springer bis zu der vorher
festgelegten "Sturzgrenze" den Boden nur mit den Skiern berührt. Das heisst: er
darf sich nicht mit den Händen abstützen.
M wie Mattenspringen
Seit 1994 veranstaltet die FIS den Sommer
Grand-Prix - das Skispringen auf Matten. Dabei besteht die Anlaufspur aus
bewässertem Keramik. Gelandet wird auf Kunststoffmatten. Ursprünglich wurde das
Mattenspringen im Jahre 1954 in der damaligen DDR entwickelt, damit die
Skispringer auch im Sommer optimal trainieren konnten. In der Schweiz gibt es
nur in Kandersteg eine sogenannt Mattenschanze.
P wie Punktzahl
Zwei Durchgänge. Die beste und schlechteste
Richterwertung aus den fünf Haltungsnoten (siehe auch unter H) werden gestrichen
und der Durchschnitt der drei mittleren Wertungen zur Weitenpunktzahl
(vergleiche mit K) addiert.
Q wie Qualifikation
Am Qualifikationsdurchgang für den ersten
Wertungsdurchgang müssen im Weltcup bis auf die Top 15 der Weltcup-Gesamtwertung
alle Wettkämpfer teilnehmen. Nur 50 Springer werden für das Teilnehmerfeld
zugelassen. Es gibt hier allerdings eine Ausnahme. Athleten, die 90 Prozent der
Qualifikations-Höchstweite geschafft haben, dann aber gestürzt sind, finden
ebenfalls Aufnahme im Hauptfeld. Somit kann es schon mal vorkommen, dass an
einem Wettkampf 51 oder mehr Springer am Start sind.
R wie Rückenwind
Was nur wenige wissen: Rückenwind ist unter
Skispringern unbeliebt, da er die Athleten nach unter drückt. In Engelberg
herrscht nicht selten Rückenwind, weshalb die Trainer dem Windmesser jeweils
grösste Aufmerksamkeit schenken. Topspringer können aber auch mit Rückenwind
umgehen und springen trotzdem starke Weiten.
S wie Schanzentisch
Hier geht es um Sieg oder Niederlage. Denn nur wer
optimal vom Schanzentisch abspringt, kann grosse Weiten erzielen. Dabei kommt
aus auf Technik, Sprungkraft und optimales Timing an.
T wie Telemark
Eine Form der Landung, bei der ein Fuss in etwa eine
Schuhlänge vor den anderen gesetzt und das hintere Knie gebeugt wird. Sie wurde
1883 in der norwegischen Provinz Telemark entwickelt und bringt den Springern
hohe Haltungsnoten. So kann es passieren, dass nicht der Springer gewinnt, der
am weitesten geflogen ist, sondern der mit der korrektesten Landung.
V wie V-Stil
Jan Bokloev war der erste Skispringer, der 1989 seine Ski
in der Luft zu einem V spreizte. Mit dieser neuen, anfangs sehr umstrittenen
Technik gewann der Schwede auf Anhieb den Gesamt-Weltcup im Winter 1989/90. Der
Schweizer Stefan Zünd war dann jener Skispringer, der den V-Stil perfektionierte
und damit in der Weltelite Fuss fassen konnte. Die Folge von Bokloev's-Sieg: Der
V-Stil löste sehr schnell den klassischen Parallel-Stil ab.
W wie Weitenmessung
Die Sprungweite wird mit digitalen Kameras gemessen
und per Computer ausgewertet. Dieses System, welches erst vor wenigen Jahren die
Weiten-Richter ablöste, ermöglicht eine sehr exakte Weitenmessung. Führend auf
diesem Gebiet ist die Deutsche Firma Wige-Data/MIC, welche auch in Engelberg für
die Weitenmessung und Auswertung verantwortlich ist.
Z wie Zeitlimit
Der Start beim Skispringen ist in drei verschiedenen
Phasen unterteilt, welche von einer Ampel angezeigt werden. Die Rot-Phase steht
den Springern für ihre Sprungvorbereitung zur Verfügung. Bei Gelb müssen die
Athleten auf dem Balken Platz nehmen. Nach frühestens 20 Sekunden schaltet die
Ampel auf Grün um. Jetzt bleiben dem Springer noch maximal fünf Sekunden, um zu
starten.










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